- Tag 1: Kanban Method verstehen und ins Scrum-Team bringen
- 1. Markt-Lage 2026 für Scrum und Kanban-Kombination
- Warum klassisches Scrum 2026 oft an Grenzen stößt: Sprint-Überlastung, ungeplante Arbeit, schwierige Forecasts
- ScrumBan als Profi-Antwort: das Beste aus zwei Methoden
- Markt-Anwender 2026: IT-Mannschaften mit Wartungs- und Support-Anteil, Plattform-Mannschaften, DevOps-Teams, Service-Mannschaften, Produkt-Mannschaften mit dauerhaft laufenden Inkrementen
- Zertifizierungs-Markt: PSK I von Scrum.org als Standard, Kanban University KMP-I und KMP-II als Alternative
- Vergleich zu reinen Scrum- und reinen Kanban-Anwendungen
- 2. Kanban Method Grundlagen
- Was Kanban als Methode ist (nicht zu verwechseln mit Toyota-Kanban-Karten)
- Die fünf Grund-Praktiken: Workflow visualisieren, WIP begrenzen, Flow managen, explizite Regeln formulieren, Verbesserungs-Möglichkeiten nutzen
- Die vier Grund-Prinzipien: mit dem Bestand starten, evolutionäre Veränderung, alle Rollen respektieren, Führung auf allen Ebenen
- Pull-System statt Push-System
- Wann Kanban besser passt als Scrum, wann nicht
- 3. Kanban-Board und WIP-Limits
- Aufbau eines Kanban-Boards: Spalten als Workflow-Schritte
- Karten als Arbeitspakete
- WIP-Limits pro Spalte und für das Gesamt-Board
- Klassen-Service-Spalten: Standard, Express, Fix Date
- Visuelle Signale für Blocker und Verzögerungen
- Digitale versus physische Boards
- Anti-Patterns: zu viele Spalten, fehlende WIP-Limits, unrealistische Limits
- 4. Flow Metrics: Throughput, Lead Time, Cycle Time, WIP-Aging
- Was Throughput ist und wie er gemessen wird
- Lead Time versus Cycle Time - wichtige Unterscheidung
- WIP als zentraler Hebel (Littles Law)
- WIP-Aging als Frühwarn-Signal für blockierte Arbeit
- Cumulative Flow Diagram (CFD) als klassisches Auswertungs-Werkzeug
- Was CFDs zeigen: Bestände, Lead Times, Engpässe
- Moderne Alternativen: Aging WIP Chart, Scatter Plot für Cycle Time
- 5. Service Levels, Service Classes und Replenishment
- Service Level Expectation (SLE) als Liefer-Versprechen
- Klassen-Service: Standard, Express, Fixed Date, Intangible
- Replenishment als Pull-Ritual statt klassischem Sprint-Planning
- Backlog Refinement im ScrumBan-Kontext
- Klare Eingangs-Kriterien (Definition of Ready)
- Praxis-Übung Tag 1: Kanban-Board für ein Beispiel-Team aufsetzen
- Für ein gemeinsam gewähltes Beispiel-Team (zum Beispiel ein Plattform-Team mit Feature- und Wartungs-Anteilen) ein Kanban-Board entwerfen: Spalten festlegen, WIP-Limits setzen, drei Service-Klassen definieren, fünf Beispiel-Karten platzieren. Ergebnis: ein praxis-taugliches Board-Konzept zum Mitnehmen.
- Tag 2: ScrumBan in der Praxis und PSK-Vorbereitung
- 6. ScrumBan: Scrum-Events und Artefakte mit Kanban erweitern
- Sprint Backlog auf einem Kanban-Board visualisieren
- Daily Scrum als Flow-Bezug (statt reiner Status-Abfrage)
- Sprint Review und Retrospektive mit Flow-Metriken anreichern
- Sprint Planning als Replenishment-Event neu denken
- Product Backlog Refinement als kontinuierliche Pull-Aktivität
- Rollen unverändert: Scrum Master, Product Owner, Entwickler
- Definition of Done mit Service-Level-Bezug
- 7. Backlog-Management mit Pull und Replenishment
- Klassisches Sprint-Planning versus Pull-Replenishment
- Replenishment-Frequenz: täglich, wöchentlich, bei freier Kapazität
- Priorisierungs-Regeln: Wert, Risiko, Service-Klasse, Cost of Delay
- Cost of Delay als Profi-Konzept
- Eingangs-Regeln für die Replenishment-Spalte
- Stakeholder-Anbindung an die Pull-Logik
- 8. Forecasting mit Monte Carlo statt nur Velocity
- Klassische Velocity als Prognose-Werkzeug - Stärken und Schwächen
- Monte-Carlo-Simulation als modernes Forecasting
- Was Monte Carlo macht: viele Durchläufe mit historischen Daten
- Anwendungs-Fall: Wie viele Aufgaben schaffen wir in den nächsten 4 Wochen mit 85-Prozent-Wahrscheinlichkeit?"
- Anwendungs-Fall: Wann ist die Aufgabe X mit hoher Wahrscheinlichkeit fertig?"
- Tools 2026 mit Monte-Carlo-Anbindung
- Kommunikation an Stakeholder: Wahrscheinlichkeits-Bänder statt Punkt-Schätzungen
- 9. Continuous Improvement mit Kaizen-Events
- Kaizen-Events als systematische Verbesserungs-Rituale
- Auswertung über Flow Metrics
- Engpass-Erkennung und Beseitigung (Theory of Constraints)
- A3-Berichte als strukturiertes Verbesserungs-Werkzeug
- Operations Review und Service Delivery Review als skalierte Kanban-Rituale
- Anbindung an die Scrum-Retrospektive
- 10. PSK-Zertifizierung von Scrum.org
- Was PSK I prüft: Kanban-Grundlagen, Flow Metrics, ScrumBan-Praxis, Scrum-Anbindung
- Prüfungs-Format und -Bedingungen
- Vorbereitungs-Strategie und nützliche Material-Empfehlungen
- Verhältnis zu PSM I, PSPO I und PSD I
- 20-Prozent-Rabatt auf den Prüfungs-Gutschein für GFU-Teilnehmende
- 11. Tools 2026 und KI-Anbindung
- Etablierte Tools: Jira, Azure DevOps, Linear, Asana, Trello
- KI-Anbindung 2026: Atlassian Intelligence in Jira, Linear AI, KI-gestütztes Backlog-Refinement
- Anwendungs-Fälle: Automatische Story-Verfeinerung, Anomalie-Erkennung im Flow, Forecast-Empfehlungen, Retrospektiv-Vorbereitung
- Visuelle Werkstatt-Anwendungen: Miro, MURAL, FigJam für Remote-Workshops
- Datenexport für Monte-Carlo-Forecasting (Cycle Time, Throughput-Historie)
- DSGVO bei KI-Anbindungen im Backlog
- Praxis-Übung Tag 2: ScrumBan-Simulation mit Replenishment und Forecasting
- In Klein-Gruppen eine vereinfachte ScrumBan-Simulation durchspielen: zwei Replenishment-Runden, drei Service-Klassen, WIP-Limits durchsetzen, am Ende Throughput und Cycle Time auswerten und eine einfache Forecast-Aussage formulieren. Ergebnis: gefühlte Sicherheit in der Anwendung der Praktiken.
LernzieleJede teilnehmende Person verlässt das Seminar mit einem praxis-tauglichen Kanban-Board-Konzept für das eigene Team aus Praxis-Übung Tag 1, mit einer erlebten ScrumBan-Simulation und einer ersten Forecast-Aussage aus Praxis-Übung Tag 2, mit einem fundierten Verständnis der Kanban-Method-Grundlagen, mit klarer Sicht auf Flow Metrics und ihre Auswertung, mit Replenishment und Monte-Carlo-Forecasting als modernen Profi-Praktiken.
Zielgruppen- Scrum Master mit Wunsch nach Flow-Optimierung: Die ihren Sprint-Workflow stetig verbessern und Engpässe sichtbar machen wollen.
- Product Owner mit Backlog-Engpässen: Die ihre Backlog-Verwaltung über Replenishment und Pull-Logik strukturieren wollen.
- Agile Coaches mit Methoden-Erweiterung: Die ScrumBan als Profi-Erweiterung in ihren Beratungs-Werkzeugkasten aufnehmen wollen.
- Teams mit Wartungs-, Support- oder Service-Anteil: Die neben den Sprint-Aufgaben auch laufende ungeplante Arbeit haben.
- Projekt-Leiter im Übergang zu agiler Arbeit: Die Scrum schon nutzen und nach besserem Forecasting und stabilerem Flow suchen.
Voraussetzungen: Solide Scrum-Praxis (mindestens auf PSM-I- oder PSPO-I-Niveau, oder mehrere Monate praktische Sprint-Erfahrung). Erste Berührung mit Kanban hilfreich, nicht zwingend - die nötigen Kanban-Grundlagen werden im Workshop vermittelt. Erfahrung in einem Scrum-Team (als Master, Owner, Entwickler, Tester oder Stakeholder). Eigene Praxis-Beispiele aus dem Bestand-Team als Diskussions-Gegenstand sehr willkommen.