- 1. Struktur und Relevanz der ISO 9241
- Überblick: Die Entwicklung von der "Büroergonomie" zum ganzheitlichen UX-Standard.
- Wichtige Teile: Fokus auf 11 (Grundlagen), 110 (Prinzipien) und 210 (Prozess).
- Nutzen: Rechtssicherheit, Barrierefreiheit und Steigerung der Produktqualität.
- 2. ISO 9241-11: Definition von Usability
- Die drei Säulen: Effektivität (Zielerreichung), Effizienz (Aufwand) und Zufriedenheit.
- Nutzungskontext: Warum Usability immer abhängig von Benutzer, Aufgabe und Umgebung ist.
- User Experience (UX): Abgrenzung zur Usability - Wahrnehmung vor, während und nach der Nutzung.
- 3. Menschzentrierte Gestaltung (ISO 9241-210)
- Der iterative Prozess: Planen, Verstehen, Spezifizieren, Gestalten, Evaluieren.
- Prinzipien: Aktive Einbindung von Nutzern und multidisziplinäres Design.
- Integration: Harmonisierung der Norm mit agilen Methoden (Scrum/Kanban).
- 4. Interaktionsprinzipien (ISO 9241-110) - Teil 1
- Aufgabenangemessenheit: Unterstützung des Nutzers bei der Zielerreichung ohne unnötigen Ballast.
- Selbstbeschreibungsfähigkeit: Intuitives Verständnis durch Dialoge und Hilfestellungen.
- Steuerbarkeit: Der Nutzer behält die Kontrolle über Geschwindigkeit und Abfolge.
- 5. Interaktionsprinzipien (ISO 9241-110) - Teil 2
- Erwartungskonformität: Einhaltung von Konventionen und konsistente Gestaltung.
- Fehlertoleranz: Korrektur von Fehlern mit minimalem Aufwand.
- Lernförderlichkeit: Unterstützung beim Erwerb von Nutzungskompetenz.
- 6. Nutzungskontext-Analyse
- Methodik: Beobachtung und Befragung zur Erfassung der tatsächlichen Arbeitswelt.
- Dokumentation: Erstellung von Personas und User Scenarios nach Normvorgaben.
- Anforderungsmanagement: Ableitung von Nutzungsanforderungen aus dem Kontext.
- 7. Barrierefreiheit und Inklusion (ISO 9241-171)
- Grundlagen: Gestaltung für eine diverse Nutzerschaft (Alter, Behinderung, Situation).
- WCAG vs. ISO: Wie internationale Standards bei der Barrierefreiheit ineinandergreifen.
- Universal Design: Vorteile barrierefreier Software für alle Nutzergruppen.
- 8. Evaluation und Konformitätsprüfung
- Methoden: Experten-Reviews (Heuristische Analyse) vs. Usability Tests.
- Checklisten: Anwendung der Interaktionsprinzipien zur objektiven Bewertung.
- Dokumentation: Erstellung von Prüfberichten, die den Anforderungen der Norm entsprechen.
- 9. Informationsarchitektur und Terminologie (ISO 9241-112/125)
- Wahrnehmung: Prinzipien für die visuelle Darstellung von Informationen.
- Strukturierung: Logischer Aufbau von Menüs und Navigationskonzepten.
- Konsistenz: Verwendung einheitlicher Begriffe und Symbole im System.
- 10. Praxis-Workshop: "ISO-Check"
- Workshop: Analyse eines bestehenden User-Interfaces gegen die ISO 9241-110.
- Modeling-Task: Entwurf eines Prozessplans nach ISO 9241-210 für ein neues Projekt.
- Evaluation-Task: Durchführung eines Kurz-Audits zur Identifikation von Normen-Verstößen.
- Final Roadmap: Schritte zur Einführung normgerechter UX-Prozesse im Unternehmen.
LernzieleDie Teilnehmenden erlernen die Anwendung der ISO 9241 Kernnormen auf reale Projekte. Ziel ist es, den menschzentrierten Gestaltungsprozess gemäß ISO 9241-210 zu etablieren, Benutzungsschnittstellen anhand der Interaktionsprinzipien der ISO 9241-110 objektiv zu evaluieren und die Gebrauchstauglichkeit (Effektivität, Effizienz, Zufriedenheit) nach ISO 9241-11 messbar zu machen.
Zielgruppen- UX/UI Designer & Konzepter: Zur Fundierung ihrer Entwürfe auf ergonomischen Standards.
- Qualitätsmanager & Requirements Engineers: Zur Definition prüfbarer Usability-Kriterien.
- Produktmanager: Zur Sicherstellung der Normen-Compliance in Ausschreibungen.
- Software-Architekten: Zur Berücksichtigung ergonomischer Anforderungen in der Systemplanung.