- 1. Grundlagen und Strategie des Total Rewards
- Definition Total Rewards: Das Zusammenspiel von Basisgehalt, variabler Vergütung, Benefits und immateriellen Werten.
- Vergütungsphilosophie: Entwicklung eines Leitbildes (z. B. Pay-for-Performance vs. Senioritätsprinzip).
- Marktpositionierung: Festlegung des Zielmarktes (P50, P75) im Vergleich zum Wettbewerb.
- 2. Stellenbewertung und Graduierung
- Methoden der Bewertung: Analytische vs. summarische Verfahren (z. B. Hay-Grading, Mercer IPE).
- Entgeltgruppen: Clusterung von Stellen zu Gehaltsbändern (Grade Structures) basierend auf Verantwortung und Komplexität.
- Interner Vergleich: Sicherstellung der Entgeltgerechtigkeit innerhalb der Organisation.
- 3. Benchmarking und Gehaltsstrukturen
- Marktdatenanalyse: Nutzung von Gehaltsstudien und Durchführung von Quervergleichen.
- Gestaltung von Gehaltsbändern: Festlegung von Minimum, Midpoint und Maximum sowie Überlappungen.
- Compa-Ratio: Analyse der individuellen Lage im Gehaltsband zur Steuerung von Gehaltserhöhungsrunden.
- 4. Variable Vergütung und Bonus-Systeme
- Short-Term Incentives (STI): Gestaltung von Jahresboni, Provisionen und Zielvereinbarungsmodellen.
- Long-Term Incentives (LTI): Mitarbeiterkapitalbeteiligungen und virtuelle Anteile zur langfristigen Bindung.
- Team- vs. Individualziele: Vor- und Nachteile verschiedener Anreizlogiken in agilen und klassischen Strukturen.
- 5. Benefits und Nebenleistungen (Indirect Pay)
- Klassische Benefits: Betriebliche Altersvorsorge (bAV), Firmenwagen, Versicherungen.
- Moderne Nebenleistungen: Jobrad, Fitness-Abos, Workations, Kinderbetreuungszuschüsse.
- Cafeteria-Systeme: Flexibilisierung durch individuelle Auswahlmöglichkeiten für Mitarbeitende.
- 6. Rechtliche Rahmenbedingungen und Compliance
- Entgelttransparenzgesetz: Auskunftsansprüche und Berichtspflichten zur Schließung des Gender Pay Gaps.
- Mitbestimmung des Betriebsrats: Rechte nach87 BetrVG bei Entlohnungsgrundsätzen.
- Steuer- und Sozialversicherungsrecht: Optimierung von Sachbezügen und steuerfreien Gehaltsextras.
- 7. Kommunikation und HR-Prozesse
- Gehaltsrunden-Management: Workflow von der Budgetplanung bis zur Auszahlung.
- Transparente Kommunikation: Wie man komplexe Vergütungssysteme für Mitarbeitende verständlich macht.
- Verhandlungsführung: Souveräner Umgang mit Gehaltsforderungen in Recruiting- und Feedbackgesprächen.
- 8. Praxis-Übung: Gehaltsband-Design und Fallstudie
- Struktur-Modellierung: Entwurf eines Gehaltsbandes für eine Beispielfunktion auf Basis von Marktdaten.
- Bonus-Check: Kritische Analyse eines fiktiven Zielvereinbarungssystems auf Fehlanreize und Komplexität.
- Benefit-Audit: Erstellung eines zielgruppenspezifischen Benefit-Katalogs für unterschiedliche Mitarbeitersegmente.
LernzieleDie Teilnehmenden erlernen die methodischen Grundlagen der Stellenbewertung und Gehaltsbandgestaltung. Ziel ist es, ein transparentes Vergütungssystem aufzubauen, variable Anteile sinnvoll zu integrieren und attraktive Benefit-Pakete zu schnüren, die die Arbeitgebermarke stärken.
Zielgruppen- HR Business Partner und Personalreferenten: Die Gehaltsverhandlungen führen und Vergütungsentscheidungen beratend begleiten.
- Comp & Ben Spezialisten: Fachkräfte, die bestehende Systeme analysieren, Benchmarks erstellen und Strukturen optimieren.
- Führungskräfte und Geschäftsführer: Entscheider, die Budgets verantworten und Anreizsysteme zur Leistungssteuerung nutzen.
- Personalcontroller: Akteure, die die Personalkostenplanung und die Wirkung von Entgeltsystemen überwachen.
- Betriebsräte: Personen, die bei der Gestaltung von Entlohnungsgrundsätzen und Bonus-Systemen mitbestimmen.