- 1: Die EU-Taxonomie im Kontext der Sustainable-Finance-Strategie
- Der European Green Deal und die Sustainable-Finance-Agenda: Wie die EU-Taxonomie in den größeren Rahmen europäischer Klimapolitik und nachhaltiger Finanzmarktregulierung eingebettet ist und welche Ziele verfolgt werden
- Die Taxonomie-Verordnung im Überblick: Wie die Verordnung (EU) 2020/852 aufgebaut ist, welche delegierten Rechtsakte sie ergänzen und wie sich der Rechtsrahmen weiterentwickelt
- Zusammenspiel mit CSRD, SFDR und anderen Regelwerken: Wie die Taxonomie mit der Corporate Sustainability Reporting Directive, der Sustainable Finance Disclosure Regulation und weiteren EU-Vorschriften zusammenwirkt
- 2: Die sechs Umweltziele und ihre Bedeutung
- Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel: Welche Aktivitäten zu diesen ersten beiden Umweltzielen beitragen können, welche technischen Kriterien gelten und wie die Bewertung erfolgt
- Nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen und Kreislaufwirtschaft: Wie diese Umweltziele definiert sind, welche Wirtschaftsaktivitäten erfasst werden und welche Anforderungen für Taxonomie-Konformität bestehen
- Vermeidung von Umweltverschmutzung und Schutz der Biodiversität: Wie die beiden weiteren Umweltziele in der Taxonomie verankert sind und welche Entwicklungen bei den technischen Bewertungskriterien zu erwarten sind
- 3: Taxonomiefähigkeit vs. Taxonomiekonformität
- Was taxonomiefähig bedeutet: Wie geprüft wird, ob eine Wirtschaftsaktivität grundsätzlich in der Taxonomie erfasst ist, wie die NACE-Klassifikation genutzt wird und welche Aktivitäten derzeit abgedeckt sind
- Der Weg zur Taxonomiekonformität: Welche drei Voraussetzungen erfüllt sein müssen - wesentlicher Beitrag zu einem Umweltziel, Erfüllung des DNSH-Prinzips und Einhaltung der Mindestschutzklauseln
- Praktische Herausforderungen der Abgrenzung: Wie mit Mischaktivitäten, Übergangsaktivitäten und ermöglichenden Aktivitäten umgegangen wird und welche Interpretationsspielräume bestehen
- 4: Technische Bewertungskriterien anwenden
- Aufbau und Struktur der Delegierten Rechtsakte: Wie die Climate Delegated Acts und Environmental Delegated Acts aufgebaut sind und wie die technischen Kriterien für spezifische Aktivitäten gefunden werden
- Wesentlicher Beitrag zu einem Umweltziel: Wie die Schwellenwerte und qualitativen Kriterien geprüft werden, die einen wesentlichen Beitrag zu einem der sechs Umweltziele belegen
- Das DNSH-Prinzip in der Praxis: Wie sichergestellt wird, dass eine Aktivität keinem der anderen fünf Umweltziele erheblichen Schaden zufügt, und welche Nachweise dafür erforderlich sind
- 5: Mindestschutzklauseln und soziale Anforderungen
- Die sozialen Mindeststandards der Taxonomie: Welche Anforderungen an Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte, Korruptionsbekämpfung und Besteuerung erfüllt sein müssen und auf welche internationalen Standards Bezug genommen wird
- Due-Diligence-Prozesse als Nachweis: Wie Unternehmen die Einhaltung der Mindestschutzklauseln nachweisen können und welche Verbindung zu UN-Leitprinzipien und OECD-Leitsätzen besteht
- Zusammenspiel mit LkSG und CSDDD: Wie die Anforderungen der Mindestschutzklauseln mit den Sorgfaltspflichten nach deutschem und europäischem Lieferkettenrecht zusammenhängen
- 6: Taxonomie-KPIs berechnen und berichten
- Die drei zentralen Kennzahlen: Wie Umsatz-KPI, CapEx-KPI und OpEx-KPI definiert sind, was Zähler und Nenner jeweils umfassen und welche Besonderheiten für verschiedene Unternehmenstypen gelten
- Datenerhebung und Berechnungsmethodik: Wie die erforderlichen Daten aus Buchhaltung, Controlling und Fachabteilungen zusammengetragen werden und welche Zuordnungsfragen typischerweise auftreten
- Offenlegungsformate und Templates: Wie die Taxonomie-Angaben im Rahmen der CSRD-Berichterstattung strukturiert werden, welche Meldebögen vorgeschrieben sind und wie Erläuterungen formuliert werden
- 7: Strategische Implikationen und Weiterentwicklung
- Auswirkungen auf Finanzierung und Kapitalmarkt: Wie die Taxonomie Kreditkonditionen, Green Bonds, ESG-Ratings und Investorenentscheidungen beeinflusst und welche Wettbewerbseffekte entstehen
- Die Taxonomie als Steuerungsinstrument: Wie Unternehmen die Taxonomie-Logik für strategische Entscheidungen, Investitionsplanung und Transformation des Geschäftsmodells nutzen können
- Aktuelle Entwicklungen und Ausblick: Wie sich die Taxonomie weiterentwickelt, welche neuen Aktivitäten aufgenommen werden, wie die Soziale Taxonomie diskutiert wird und welche Änderungen absehbar sind
- 8: Praxisübung - Taxonomie-Prüfung und KPI-Berechnung
- Taxonomiefähigkeitsprüfung an Fallbeispielen: Die Teilnehmenden erhalten Beschreibungen verschiedener Wirtschaftsaktivitäten und prüfen in Kleingruppen systematisch, ob und unter welchem Umweltziel diese taxonomiefähig sind
- Konformitätsprüfung mit technischen Kriterien: Anwendung der technischen Bewertungskriterien und des DNSH-Prinzips auf ausgewählte Aktivitäten mit Dokumentation der Prüfergebnisse
- KPI-Berechnung und Berichtsentwurf: Berechnung der Taxonomie-Kennzahlen auf Basis vorgegebener Finanzdaten und Erstellung eines Muster-Offenlegungstextes mit Präsentation und Feedback
LernzieleDieses Seminar vermittelt die Anforderungen der EU-Taxonomie-Verordnung und befähigt die Teilnehmenden, die Taxonomie-Konformität ihrer Wirtschaftsaktivitäten zu prüfen und die geforderte Berichterstattung umzusetzen. Sie lernen die sechs Umweltziele, die technischen Bewertungskriterien und das DNSH-Prinzip anzuwenden sowie die erforderlichen KPIs zu berechnen und offenzulegen.
ZielgruppenNachhaltigkeitsverantwortliche, CSR-Manager und ESG-Beauftragte, die die Taxonomie-Berichterstattung im Unternehmen umsetzen. Ebenso Finanz- und Controlling-Verantwortliche, die Taxonomie-KPIs berechnen und in die Finanzberichterstattung integrieren müssen. Auch Investor Relations, Strategieabteilungen und Geschäftsführung profitieren, wenn die Auswirkungen der Taxonomie auf Finanzierung und Geschäftsentwicklung verstanden werden sollen. Grundlegendes Verständnis für Nachhaltigkeitsthemen und Finanzberichterstattung ist hilfreich.