- 1. Wann ist eine DSFA erforderlich? (Schwellenwertanalyse)
- Die 9 Kriterien des EDSA: Scoring, automatisierte Entscheidungsfindung, Sensible Daten etc.
- Blacklists & Whitelists: Die Muss-Listen der Aufsichtsbehörden (Art. 35 Abs. 4).
- Pre-Check: Systematische Prüfung zur Feststellung der DSFA-Pflicht.
- 2. Methodik und Standards im Vergleich
- CNIL-Methode: Der französische Ansatz mit Fokus auf Bedrohungsszenarien.
- BSI-Standard-Datenschutzmodell (SDM): Die deutsche Methode basierend auf Gewährleistungszielen.
- ISO/IEC 29134: Internationale Leitlinien für die Datenschutz-Folgenabschätzung.
- 3. Beschreibung der Verarbeitungstätigkeit
- Datenflüsse: Detaillierte Darstellung der Erhebung, Verarbeitung und Speicherung.
- Kontext: Einbezug von Empfängern, Drittlandtransfers und eingesetzten Sub-Systemen.
- Zweckbestimmung: Prüfung der Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit (Art. 35 Abs. 7b).
- 4. Risikoidentifikation: Bedrohungen für Betroffene
- Rechte & Freiheiten: Was genau ist das Risiko? (Diskriminierung, Identitätsdiebstahl, Kontrollverlust).
- Schadensszenarien: Einschätzung von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schweregrad des Schadens.
- Stakeholder-Einbindung: Befragung von Betroffenenvertretern oder Fachabteilungen.
- 5. Maßnahmen zur Risikominimierung
- Technische Maßnahmen (TOMs): Verschlüsselung, Anonymisierung, Zugriffskontrolle.
- Organisatorische Maßnahmen: Schulungen, Richtlinien, Audit-Prozesse.
- Privacy by Design: Integration von Schutzmechanismen direkt in die Systemarchitektur.
- 6. Bewertung des Restrisikos
- Netto-Risiko: Analyse der verbleibenden Gefährdung nach Umsetzung aller Maßnahmen.
- Akzeptanzkriterien: Ab wann ist ein Restrisiko für das Unternehmen tragbar?
- Dokumentation: Formale Begründung der Risikoentscheidung für das Management.
- 7. DSFA für KI-Systeme und der AI Act
- Besonderheiten: Intransparenz ("Black Box"), Bias und automatisierte Entscheidungen.
- Synergien: Verknüpfung der DSFA mit der Konformitätsbewertung nach dem AI Act.
- Monitoring: Erfordernis einer kontinuierlichen Überprüfung dynamischer KI-Modelle.
- 8. DSFA für Cloud-Services (SaaS/IaaS)
- Herausforderung: Fehlende Kontrolle über die zugrundeliegende Infrastruktur.
- Drittlandtransfer: Bewertung von Zugriffen durch Behörden in Nicht-EU-Staaten (TIS).
- Vertragskontrolle: Prüfung von AVVs und Standardvertragsklauseln als Teil der DSFA.
- 9. Konsultation der Aufsichtsbehörde (Art. 36)
- Trigger: Wann ist die Einbindung der Behörde bei hohem Restrisiko zwingend?
- Ablauf: Vorzulegende Unterlagen, Fristen und mögliche Reaktionen der Behörde.
- Vermeidungsstrategie: Wie man Projekte so anpasst, dass eine Konsultation entfällt.
- 10. Praxis-Workshop: "The PIA Lab"
- Workshop: Durchführung einer DSFA für einen praxisnahen Fall (z.B. KI-Chatbot oder Videoanalyse).
- Tool-Task: Nutzung von Software-Lösungen wie dem CNIL PIA-Tool oder Excel-Templates.
- Review-Task: Gegenseitige Prüfung von DSFA-Berichten auf Plausibilität und Vollständigkeit.
- Final Roadmap: Checklist für die kontinuierliche Fortschreibung (Review-Zyklen).
LernzieleDie Teilnehmenden erlernen die kriteriengeleitete Identifikation von DSFA-pflichtigen Prozessen und deren methodische Durchführung. Ziel ist es, eine vollständige DSFA-Dokumentation inklusive Risikobewertung und Maßnahmenplan zu erstellen, die den Anforderungen der Aufsichtsbehörden entspricht und das Haftungsrisiko bei der Einführung risikoreicher Technologien minimiert.
Zielgruppen- Datenschutzbeauftragte & Auditoren: Zur Durchführung und Prüfung von DSFA-Berichten.
- IT-Architekten & KI-Entwickler: Zur frühzeitigen Identifikation technischer Risiken.
- Compliance- & Risikomanager: Zur Integration der DSFA in das GRC-Framework.
- Projektleiter für Cloud-Migrationen: Zur Absicherung kritischer Outsourcing-Vorhaben.